Aus diesem Grund gründete er auf der Fläche seines eigenen Bauernhofs eine neue Firma, Mölnlycke Väfveri AB, was auch gleichzeitig die Geburtsstunde der Mölnlycke Gemeinde an der schwedischen Westküste war. Ursprünglich umfassten die dortigen Tätigkeiten das Spinnen, Weben, Bleichen und später auch das Färben von Baumwolltextilien.
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Trotz einer schweren Zeit in den ersten 10 Jahren mit zwei verheerenden Bränden, wuchs das Geschäft schnell. Sogar in dieser Anfangsphase zeigt die Firma einen starken Überlebensinstinkt und die zerstörte Fabrik war bald wieder aufgebaut. |
Eine andere Charakteristik der Firma, die man damals schon erkennen konnte, war ihr Streben, Maßstäbe in der Technologie zu setzen. Die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts waren ein erfolgreiches Jahrzehnt mit starkem Wachstum und großen Investitionen. Gegen Ende des Jahrhunderts hatte sich Mölnlycke bereits in vielen Teilen der Welt als Qualitätsmarke etabliert.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Textilindustrie von zwei Wirtschaftskrisen geschüttelt, welchen auch Mölnlycke nicht standhalten konnte. Die Folgen waren zwei Pleiten und zwei Reorganisationen, von denen die zweite im Jahre 1930 ein Meilenstein und der Beginn einer neuen und modernen Firma Mölnlycke AB sein sollte. Die Vision des Vorstandes, zuerst von Axel Forsman und später von Folke Thulin geleitet, war es, Mölnlycke zu einer großen und modernen Textilfirma zu machen. Beide verfolgten nachhaltig eine Strategie der „vertikalen Integration“ was soviel heißt wie „alle Schritte in der Erzeugung, vom Rohmaterial bis hin zur Lieferung an den Kunden, selbst zu besitzen und zu kontrollieren“. Diese Strategie verfolgte Mölnlycke seit mehr als 50 Jahre.
Die neu positionierte Firma Mölnlycke der frühen 1940er Jahre hatte eine neue Philosophie und teilte ihre Geschäftstätigkeit in sieben Produktlinien auf. Eine dieser Produktlinien waren „Verbandstoffe“. Diese Abteilung lieferte Verbandsmull an das Sahlgrenska Spital in Göteborg. Das war der erste Schritt zu den später beispiellosen Erfolgen in den in den Bereichen Hygiene, Spitalsbedarf und Körperpflege. All das begann mit dem Weitblick, der Geduld, Entschlossenheit und Hartnäckigkeit dieser beiden Männer.
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Der Rest ist weithin bekannte Geschichte. Mölnlycke stellte Techniker ein, welche die Behandlungs- routinen in Spitälern untersuchten. Sie fanden heraus, dass sich positiv auf Hygiene und Kosten für Spitäler auswirken würde, wenn die Mulltupfer direkt in der Fabrik gefaltet und sterilisiert werden würden, anstatt von den Krankenschwestern vor Ort. |
Als nächster Schritt wurde die „Mölnlycke Verbandsrichtlinie“ entwickelt. Die erste Version des Produkts Mesorb war geboren. Nachdem sich diese Richtlinie etabliert hatte, wurde nach neuen Anwendungsgebieten geforscht. Man behandelte das Thema der weiblichen Hygiene und später auch der Inkontinenz. Eine imposante Geschäfts-Lokomotive hatte den Bahnhof verlassen und setzte sich in Bewegung.
Das Wachstum war beachtlich. Das Potential schien enorm und die Firma hatte sich in eine extrem gute Position für ein kommendes Rennen gebracht. So wie das Gewerbe wuchs, wurde die Notwendigkeit an Investitionen offensichtlich. SCA, eine schwedische in der Forstwirtschaft tätige Firma, hatte in den 70er Jahren Rücklagefonds gebildet und war auf der Suche nach Investitionsobjekten. Im Jahre 1975 kaufte die Firma dann Mölnlycke AB. Es folgte ein weiterer wichtiger Schritt. In den späten 80er Jahren wurde der Geschäftszweig, der Spitäler betreute und aus Surgical, Wundversorgung und Inkontinenz bestand, zu groß und die Inkontinenz Produktlinie wurde in einen eigenen Geschäftszweig ausgelagert.
SCA entschied sich 1997 das Kerngeschäft der weiblichen Hygiene, Endkunden und Inkontinenz auszubauen. Das Beste für die anderen Geschäftsfelder Surgical und Wundversorgung war es, diese abzustoßen. So steht Mölnlycke Health Care AB, mit den Haupteigentümern Nordic Capital, Sixth National Pensionskasse und Bure, seit 1998 auf eigenen Beinen. Um das Wachstum im Verkauf zu beschleunigen, eines der Hauptziele der Firmenstrategie, kaufte Mölnlycke 2001 den Geschäftszweig BARRIER von Johnson & Johnson, mitsamt allen Rechten und dem Vertrieb. Mit dieser Akquisition gelang es Mölnlycke, unter anderem, neue Märkte auf der ganzen Welt zu erschließen.
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Mitte 2005 wurde Mölnlycke an den in London ansässigen Investor APAX Partners verkauft und ein neues Kapitel in der Geschichte der Firma begann. APAX Partner verband den Newcomer Mölnlycke Health Care mit ihren bereits in Besitz befindlichen Firmen Regent Medical, einem global Player für chirurgische OP-Handschuhe und Desinfektionsmittel, und Medlock Medical, einer britischen Firma mit dem Schwerpunkt Wundversorgung. |
Diese drei Firmen bilden seit dem die neue Mölnlycke Health Care mit zwei Produktlinien, Einmal-OP-Produkte und Wundversorgung. Die Zusammenführung der verschiedenen Marken machte es auch notwendig den Markenauftritt der Firma anzupassen. Diese Umstellung erfolgte im Herbst 2006, als das heute bekannte Logo mit den 5 grünen „Globes“, der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Die jüngste Entwicklung in der bewegten Geschichte der Firma war ihr Verkauf Anfang 2007. APEX Partner veräußerte Mölnlycke Health Care an ein Konsortium bestehend aus der bekannte Investment Bank Morgan Stanley, und Investor AB, eine schwedische Industrie-Holding, die größte im nordischen Raum. Die beiden neuen Besitzer werden es möglich machen, die Entwicklung und das Wachstum auch künftig voranzutreiben und die bisherige Erfolgsgeschichte von Mölnlycke Health Care weiterzuführen.