Wie wirkt Kompression?
Die Kompressionstherapie übt gezielten Druck auf Ihre Venen aus. Dadurch werden sie enger, und die Venenklappen können wieder besser schließen. So wird der Blutfluss zurück zum Herzen unterstützt.

Vorteile der Therapie
- Der Beinumfang nimmt ab
- Schwellungen (Ödeme) gehen zurück
- Spannungsgefühl und Schmerzen lassen nach
- Hautverfärbungen können sich verbessern
- Die Haut wird weicher und geschmeidiger
- Juckreiz wird gelindert
Diese Veränderungen sind entscheidend für die Abheilung Ihrer Wunde.
Durch die Reduktion von Schwellungen sinkt der Druck im Gewebe – Schmerzen und Spannungsgefühl lassen nach. Gleichzeitig wird der Flüssigkeitshaushalt im Gewebe reguliert: Übermäßige Wundexsudation nimmt ab und das Wundmilieu normalisiert sich. Diese Effekte unterstützen die Heilung zusätzlich.
Dranbleiben lohnt sich
Zu Beginn kann sich die Kompression ungewohnt oder unangenehm anfühlen.
Bleiben Sie konsequent – meist spüren Sie schon nach kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung.
Welche Kompression passt zu mir?
Zu Beginn sind Ihre Beine oft geschwollen und empfindlich. Eine konsequente, stärkere Kompression hilft, die Schwellung schnell zu reduzieren.
Die Therapie wird meist Tag und Nacht getragen.
Mögliche Versorgungen:
- Kurzzugbinden mit Polsterung
- Mehrkomponentensysteme
- Adaptive Kompressionssysteme (Klettbandagen)
Ihr Behandlungsteam entscheidet gemeinsam mit Ihnen, welche Versorgung am besten geeignet ist.
Wie geht es weiter?
Nach etwa 4–5 Wochen ist die Schwellung meist deutlich reduziert.
Dann kann auf medizinische Kompressionsstrümpfe umgestellt werden.
Rückfälle vermeiden
Auch nach Abheilung bleibt die Kompression wichtig, um neue Wunden zu verhindern.
Kompressionsstrümpfe:
- morgens anziehen, abends ausziehen
- in verschiedenen Designs erhältlich
Wichtig: Nur konsequentes Tragen schützt langfristig.
Quellen:
-
- Dissemond J, Protz K, Reich-Schupke S, Stücker M, Kröger K. Kompressionstherapie des Ulcus cruris. Der Hautarzt 2016; 67:311-325.
- DGPL Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. Version 4.1. AWMF-Registernummer: 037-009. 2024.
- Protz K. Pflegelexikon – Die Serie zum Sammeln. Praxisaspekte der AWMF S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum“, Teil 1. WundManagement 2024; 18(5): 256-258.
- Protz K. Pflegelexikon – Die Serie zum Sammeln. Praxisaspekte der AWMF S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum“, Teil 2. WundManagement 2024; 18(5): 302-305.
- Sun CR, Liu MY, Ni QH, Cai F, Tang F, Yu ZY, Zhang JB, Zhang L, Zhang WW, Li CM. Clinical Guidelines on Compression Therapy in Venous Diseases. Ann Vasc Surg. 2025 Jan;110(Pt B):183-203. doi: 10.1016/j.avsg.2024.07.083. Epub 2024 Jul 19. PMID: 39032593.
