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So unterstützen Sie die Heilung aktiv

Mit einfachen Maßnahmen im Alltag können Sie den Heilungsprozess positiv beeinflussen.

Hautpflege

Ihre Haut ist durch die Venenschwäche sowie die Kompressionstherapie belastet. Gönnen Sie ihr daher eine tägliche Pflege! Für die trockene, schuppige und oft juckende Haut sind insbesondere Produkte gut geeignet, die schnell einziehen und der Haut ausreichend Feuchtigkeit zuführen. Hautpflegeprodukte mit einer fetthaltigen Salben-Grundlage (Wasser-in-Öl-Emulsion: W/O) sind hierfür ideal. Zusätzlich sollten Feuchthaltefaktoren, wie Harnstoff (Urea) 5-10 %, enthalten sein. Eine solche Hautpflege erhöht die Elastizität Ihrer Haut und mindert zusätzlich möglichen Juckreiz. Vermeiden Sie Substanzen, die Ihre Haut austrocknen oder zusätzlich reizen können, wie Duftstoffe, Alkohol, Wollwachs, Ringelblume und Melkfett. Optimalerweise sollte die Hautpflege 30 Minuten vor Anlage Ihrer Kompressionsversorgung erfolgen.

Körperpflege

Das Textil Ihrer Kompressionsmaterialien kann durch lange Nägel oder übermäßige Hornhaut beschädigt werden. Daher kürzen Sie regelmäßig Finger- sowie Fußnägel und beugen Sie übermäßiger Hornhautbildung an den Füßen vor.

Essen und Trinken – ausgewogen und ausreichend

Ihr Körper benötigt zur Wundheilung, Immunabwehr und Aufbau von neuem Körpergewebe die richtige Nahrung. Dies können Sie durch eine bedarfsgerechte Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr unterstützen. Als Orientierung dient die Ernährungspyramide. Da Übergewicht Ihre Gefäße zusätzlich belastet, achten Sie auf Ihr Körpergewicht.

  • Unterstützen Sie Ihre Beingesundheit 

    Legen Sie zur Entspannung Ihre Beine im Liegen hoch. Dies unterstützt den venösen Rückfluss zum Herzen. Wenn möglich, können Sie auch das Fußende Ihres Bettes leicht hochstellen.

    Wärme weitet die Venen. Vermeiden Sie daher heiße Bäder, Sauna- und Solarienbesuche sowie heiße Wärmflaschen. Im Sommer weiten sich Ihre Venen durch die erhöhte Außentemperatur. Durch kaltes Abduschen der Beine oder sogenannte Kneipp`sche Güsse unterstützen Sie Ihre Beingesundheit. Halten Sie sich eher im Schatten auf. Zusätzlich können Sie feuchte Handtücher einfrieren und als kalte Umschläge nutzen, um Ihre Beine zu kühlen.
    Kraftsport sowie Sportarten mit abrupten Bewegungsabläufen, wie Tennis oder Fußball belasten Ihre Venen.

    Tipps zur Bekleidung

    Wenn Ihre Wunde zu Beginn der Versorgung stark nässt, können sich Flecken auf Ihrer Kleidung abzeichnen. Durch dunkle, z. B. schwarze und weite Kleidung können Sie dies kaschieren.

    Tragen Sie keine einschnürende Kleidung, z. B. Socken oder Strümpfe mit zu engem Bündchen oder Miederhosen, da dies Ihre Durchblutung zusätzlich beeinträchtigt. 

    Entscheiden Sie sich für Schuhe ohne Plateau und mit flachen Absätzen, damit der Abrollvorgang Ihrer Füße gewährleistet ist. Nur so können die Venenpumpen optimal arbeiten. Damit Sie auch mit bandagierten Beinen „schicke“ Schuhe tragen können, nutzen Sie weitere, atmungsaktive Sportschuhe, die Ihnen zudem ein sicheres Gangbild ermöglichen.

Venen lieben Bewegung

Ihre Venenpumpen benötigen Bewegung, um ihre Aufgaben optimal erfüllen zu können. In dem Sie Ihre Beine und Füße bewegen, können Sie daher effektiv die Wirkweise Ihrer Kompressionstherapie unterstützen. Regelmäßige tägliche Bewegungen, zum Beispiel Spazieren gehen, Nordic Walking, Treppe anstelle von Fahrstuhl nutzen oder Beinübungen fördern die Durchblutung, reduzieren Schwellungen und verringern den Druck in Ihren Venen. Dadurch wird zudem die Wundheilung unterstützt.

  • Übungen

    Mit den folgenden Übungen unterstützen Sie aktiv die Heilung:

    • Füße wippen und kreisen
    • Mit den Zehen Gegenstände greifen 
    • Auf Zehen und Fersen stellen 
    • Fuß über Ball oder Flasche rollen 
    • Venentrainer nutzen 

    In den folgenden Videos können Sie sich die Übungen ansehen:

Quellen:

    1. Protz K, Dissemond J, Eder S, Läuchli S, Stücker M. Edukation von Menschen mit Ulcus cruris venosum und ihren Angehörigen in der ambulanten Versorgung. WundManagement 2019; 13(6): 288-294.
    2. DGPL Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. Version 4.1. AWMF-Registernummer: 037-009. 2024.
    3. Protz K. Moderne Wundversorgung, 11. Auflage, 2026, Elsevier Verlag, Kapitel 5
    4. Wundzentrum Hamburg e. V.: Patientenbroschüre „Kompressionstherapie einfach – tragbar“, 2024

Häufig gestellte Fragen

  • Mit einem venösen Beinulkus kann man kurze Strecken zurücklegen, aber lange Flüge werden nicht empfohlen. Das liegt daran, dass das Risiko für eine tiefe Venenthrombose (DVT) oder Blutgerinnsel steigt, wenn Sie ein Venenproblem haben. Sprechen Sie immer mit Ihrer medizinischen Fachkraft, bevor Sie Flüge buchen.

  • Ja, Sie können unter bestimmten Bedingungen mit einem venösen Beingeschwür duschen. Hierfür verwenden Sie eine wasserdichte Abdeckung, um Ihren Verband und die Kompressionsversorgung trocken zu halten. Fragen Sie hierzu Ihre medizinische Fachkraft.

  • Ja, Sie sollten Ihren Kompressionsverband auch über Nacht tragen, denn Venen schlafen nicht. Das kontinuierliche Tragen hilft, den gleichmäßigen Druck aufrechtzuerhalten, was wichtig für Ihre Wundheilung und zur Reduzierung von Schwellungen ist. Wenn Sie Beschwerden haben, sollten Sie diese zeitnah mit Ihrer medizinischen Fachkraft besprechen.

  • Lagern Sie Ihre Beine während der Ruhe über Herzniveau. Dies kann helfen, Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Unterstützend können Sie sanfte Übungen durchführen. Lassen Sie sich dazu Tipps von Ihren Versorgern geben.

  • Wenn Ihre Wunde riecht, kann das auf Bakterien hindeuten. Kontaktieren Sie Ihre medizinische Fachkraft für eine weitere Untersuchung.

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